Schädling
Bei dem Schädling handelt es sich um Acalitus essigi, eine etwa 0,2 mm lange und 0,03 mm breite Milbe mit einem langgestreckten, weißlichen Körper mit zwei vorderen Beinpaaren und einer gleichmäßigen Ringelung (Mikroskop). Das Vorkommen ist nicht allein auf Europa beschränkt, auch in Nord- und Südamerika, Neuseeland und Südengland treibt die Milbe ihr "Unwesen".
Namensgebung
Es handelt sich um ein zu den Spinnentieren, zur Familie der Gallmilben gehörendes Tier, das an Brombeeren schädigend auftritt.
Wirtspflanzen
Brombeere (in Kultur und wildwachsende).
Schaden
Durch das Saugen an den Blättern und Blüten entsteht in der Regel ein harmloser Schaden - die Blätter sind bei einem starkem Befall weiß gesprenkelt - aber durch die beim Saugen freiwerdenden Toxine (=Giftstoffe) reifen die Früchte ungleichmäßig heran, d.h. die befallenen Teilfrüchte bleiben rot/rotgrün und hart. Solche unreifen Früchte gibt es am häufigsten an der Basis der Beeren. Das Symptom ist etwa 3 Wochen vor der Ernte sichtbar. Die Schäden nehmen während der Erntezeit zu und spätreifende Sorten neigen zu einem stärkeren Befall (Vermehrung steigt an; früh reifende Sorten tragen bereits, wenn Milbenvermehrung ihren Höhepunkt hat). Geschädigte Beeren bleiben bis zum Frühjahr am Strauch hängen und trocknen ein.
Schwach befallene Früchte weisen eine geringere Süße auf. Stark befallene Früchte sind ungenießbar.
Bedeutung
In Haus und Kleingarten weit verbreitet; die Ertragsverluste können bis 50 % und mehr betragen.
Biologie
Die Milben überwintern in geringer Zahl in Blattachseln, unter Knospenschuppen (Randbereich) und in Fruchtmumien an jungen Ruten des Vorjahres. Ab dem Austriebsbeginn bzw. im März/April kommen sie aus Ihren Winterquartieren heraus und halten sich anfangs zwischen den Haaren der Blattstiele und der Blattunterseiten auf und es erfolgt bereits eine Eiablage in die sich entfaltenden Knospen. Zur Blütezeit befallen sie die Blüten und saugen insbesondere an den sich entwickelnden Teilfrüchten, hauptsächlich an jenen, die an der Fruchtbasis durch die Kelchblätter geschützt sind. Die Milben vermehren sich stark und es gibt mehrere, sich überlappende Generationen pro Jahr während des Sommers (eine Milbengeneration dauert dabei etwa 8-10 Tage).
Ende August/Anfang September ist mit einem Maximum der Populationsdichte zu rechnen; es finden sich 200 und mehr Milben auf einer Beere. Vom Herbst an nimmt die Populationsdichte stark ab, weil die natürliche Sterblichkeit zu dieser Zeit sehr groß ist und es gelangen daher nur sehr wenige Tiere zu ihren Winterverstecken, wo erst eine reduzierte Vermehrung vorliegt, die dann ganz eingestellt wird.
Vorbeugung und Bekämpfung
Als vorbeugende Maßnahmen sind zu nennen: spätreifende Sorten meiden, Pflanzungen unmittelbar in Hausnähe vermeiden (geschützte Witterung), Brombeerranken im Herbst stark zurückschneiden, befallene Früchte abernten und vernichten, übermäßige Düngung vermeiden, Boden feucht halten (Trockenheit fördert die Milbenentwicklung) und den Boden mit Laubkompost oder Mulch bedecken. Auch Nebenwirkungen von Pflanzenschutzmitteln können bei der Bekämpfunmg mit genutzt werden.
Welche Präparate sind zur Zeit einsetzbar ?
(siehe auch: Weiterführende Informationen)
Aufgrund der raschen Veränderungen in Fragen der Zulassung (§15 Pflanzenschutzgesetz) und Genehmigungen (§11, §18a, §18b Pflanzenschutzgesetz) von Pflanzenschutzmitteln verweisen wir für den gärtnerischen Erwerbsanbau im konkreten Falle einer gewünschten Bekämpfungsempfehlung auf die Pflanzenschutzämter der Bundesländer. Dort stehen länderbezogen Fachberater für die jeweiligen gartenbaulichen Kulturen zur Verfügung.
In Bayern: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Freising.
Hobbygärtner wenden sich bitte in Fragen zu einer möglichen und erlaubten Bekämpfung ebenfalls an ihr zuständiges Pflanzenschutzamt oder an die eventuell in ihrem Bundesland angesiedelte Gartenakademie.
In Bayern: Bayerische Gartenakademie/Veitshöchheim oder direkt über das Gartentelefon: 0931/9801-147
Institut für Gartenbau
Thomas Lohrer, Dipl. Ing. agr.
Stand: April 2008
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Weiterführende Informationen:
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