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Frühlingsflirt - Marketingkampagne im Zierpflanzenbau

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Frühlingsflirt in blau (Foto: Kientzler) (großes Bild) Frühlingsflirt in rot (Foto: Kientzler) (großes Bild) Frühlingsflirt in weiß      (Foto: Kientzler) (großes Bild) Veronica peduncularis (Foto: Kientzler) (großes Bild)
Frühlingsflirt in blau (Foto: Kientzler) Frühlingsflirt in rot (Foto: Kientzler) Frühlingsflirt in weiß (Foto: Kientzler) Veronica peduncularis (Foto: Kientzler)

Erysimum-Hybride ?Zwerg? (Foto: Kientzler) (großes Bild) Leucanthemum hosmariense (Foto: Kientzler) (großes Bild) Pulmonaria-Hybride ?Trevifountains? (Foto: Kientzler) (großes Bild) Empfohlene Topftermine für das Frühlingsflirt-Sortiment (großes Bild)
Erysimum-Hybride ?Zwerg? (Foto: Kientzler) Leucanthemum hosmariense (Foto: Kientzler) Pulmonaria-Hybride ?Trevifountains? (Foto: Kientzler) Empfohlene Topftermine für das Frühlingsflirt-Sortiment

Mit Frühlingsflirt haben die Firmen Benary und Kientzler ein neues Konzept erstellt, wobei nicht die Pflanzen das Neue sind, sondern deren Kombination. Es versteht sich als Alternative zu Viola und Primeln, obwohl auch diese Pflanzenarten berücksichtigt werden. Frühlingsflirt unterstützt in erster Linie den Impulskauf und bietet ein buntes Sortiment zum Absatzzeitpunkt Mitte Februar bis Mitte April.

Im Programm befinden sich neben Blüten-, Laub- und Strukturpflanzen auch Gräser und Stauden, wobei alle Pflanzen möglichst viele der folgende Kriterien erfüllen sollten:

  • als Jungpflanze verfügbar
  • attraktive, frühe Blüte
  • Eignung zur Kombination mit anderen Arten
  • hochwertige Qualität
  • schnelle, sichere Kultur
  • Robustheit und Widerstandsfähigkeit
  • langanhaltender Zierwert

Im Frühjahr 2004 besteht "Frühlingsflirt" aus 67 vegetativ (Fa. Kientzler) und generativ (Fa. Benary) vermehrten Arten und Sorten, wobei eine ständige Aktualisierung und Ergänzung des Sortiments geplant ist. Neben den Einzelpflanzen finden sich im Gesamtkonzept auch trendgerechte, farblich abgestimmte Musterbepflanzungen für verschiedene Zielgruppen. Nachdem die Einführungsphase abgeschlossen ist, steht "Frühlingflirt" nun allen interessierten Gärtnern zur Verfügung. Allerdings sind längst nicht alle Fragen geklärt.

Topftermine
Aus Sicht der Produzenten wäre es wünschenswert alle Pflanzenarten, angepasst an dem Kulturstart von Primeln und Violen, gemeinsam in Kultur nehmen zu können Die Schwierigkeiten zeigt Tab.1, denn nur sehr vereinfacht kann davon ausgegengen werden, dass mindestens drei Topftermine einzuplanen sind, um dem gesamten Sortiment gerecht zu werden.

Kultur im Gewächshaus oder Freiland
Grundsätzlich können alle Pflanzenarten aus den "Frühlingsflirt"-Sortiment nach der Einwurzelungsphase im Freien weiterkultiviert werden. Die teuren Gewächshausflächen sind damit bis zum Spätherbst anderweitig zu belegen und werden erst ab Ende Oktober/Anfang November zur frostfreien Weiterkultur benötigt. Unter Freilandbedingungen haben die Pflanzen gegenüber dem Gewächshausanbau zwar einen kompakteren Aufbau, aber durch die Witterungseinflüsse ist mit unansehnlichem Laub und erhöhtem Putzaufwand zu rechnen. Für die eher empfindlichen Pflanzenarten, wie z. B. Alyssum saxatile, Primula denticulata oder Veronica repens (Hanke, 2002) bringt die Kultur im geschützten Gewächshaus eindeutige Qualitätsvorteile. Beim Anbau im Gewächshaus ohne zwischenzeitliches Ausräumen ist auf ausreichende Lüftung zu achten.

Besonderheiten
Die Stars in der Produktpalette aus dem Hause Kientzler sind zweifellos die attraktiven Blütenpflanzen, wie z.B. Leucanthemum hosmariensie. Ende August/Anfang September wird getopft. Die Weiterkultur im kühlen Gewächshaus beinhaltet ein frühes Stutzen, um eventuell angelegte Blüten nicht zu gefährden. Bei Temperaturen von 8 bis 10 °C ab Anfang Januar erscheinen die großen weißen Margaritenblüten nach etwa acht Wochen. Ihr attraktives Aussehen erhalten sich die Pflanzen bis Ende April und länger.

Neuheiten für 2004
Die Newcomer im "Frühlingsflirt"-Sortiment kommen vorwiegend aus dem Hause Benary. Zu nennen sind Alchemilla mollis (Frauenmantel), sowie die weiße Polsterstaude Arabis caucasia (Gänsekresse). Daneben bereichern Sedum-Arten und Viscaria alpinua, besser bekannt unter Silena viscaria, die bunte Palette. Ebenfalls neu dazu gekommen sind Nepeta x faassenii und einige wertvolle Ziergräser. Die Firma Kientzler setzt auf eher bewährte Arten mit verbesserten Sorten und bringt zwei gefüllt blühende Primelsorten neu ins Spiel.

Kundenakzeptanz
Die ersten Erfahrungen aus dem Handel geben den Hinweis, dass grundsätzlich eine sehr rege Nachfrage nach "Frühlingsflirt"-Produkten besteht und somit erträgliche Umsatzsteigerungen möglich sind. Die Kunden zeigen sich sehr aufgeschlossen gegenüber Neuheiten, verhalten sich aber durchaus preisbewusst, wenn es darum geht, welche Pflanzen aus dem "Frühlingsflirt"-Sortiment in den Einkaufskorb wandern sollen. Einzelpflanzenpreise jenseits der Drei-Euro-Grenze werden vom Kunden kaum akzeptiert und erschweren den zügigen Absatz. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf die zumutbaren Preise und verbindet die kritische Betrachung der Direktkosten. Wie so oft beginnt die Diskussion der Machbarkeit bereits bei den Kosten der Jungpflanzen.

Neben dem preisbewussten Handeln der Kunden ist besonders auffällig, dass die Verbraucher durchaus zwischen mehrjährigen Stauden und ein- oder zweijährigen Pflanzen unterscheiden können. Daraus resultiert oftmals eine gewisse Unsicherheit, wie mit den verwendeten Pflanzen umzugehen ist, wenn sie unansehlich werden. Noch besteht nicht das Bewusstsein, dass Stauden wie kurzlebige Beetpflanzen zu behandeln sind. Wenn Stauden zum Wegwerfartikel generieren, daran mag man sich noch nicht gewöhnen, auch wenn diese Entwicklung kaum aufzuhalten ist.

Institut für Gartenbau
Hans Peter Haas

 

Weiterführende Informationen: