Peter Zwerger und Hans Ulrich Ammon (Hrsg.): Unkraut - Ökologie und Bekämpfung. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 2002. ISBN: 3-8001-3846-8. Preis: 79,90 ?
Inhalt:
Insgesamt 14 Autoren stellen mit ihrem Wissen in sieben Hauptkapiteln das Thema Unkräuter sicherlich umfassend vor. Nach einer kurzen Einleitung sowie Hinweisen zum Nutzen der Ackerunkräuter (ca. 20 Seiten) folgen Kapitel zur Biologie und Ökologie der Unkräuter (ca. 50 Seiten) sowie zu Interaktionen zwischen Kulturpflanzen und Unkräutern (ca. 20 Seiten). Ein Hauptkapitel sind dann Maßnahmen zur Unkrautbekämpfung (ca. 130 Seiten), wobei der inhaltliche Schwerpunkt hier in der Vorstellung der chemischen Verfahren und den einzelnen herbiziden Wirkstoffe liegt (davon ca. 50%). Ein weiterer Schwerpunkt ist die Vorstellung der Unkrautbekämpfung in ausgewählten Kulturen (mit Schwerpunkt Ackerbau) auf ca. 110 Seiten. Mit Hinweisen zur Vegetationskontrolle auf Nicht-Kulturland, z.B. Gleisanlagen, einem 20-seitigen Literaturverzeichnis sowie ausführlichen Sachregister schließt das Buch. Zur Illustration und Erläuterung der Sachverhalte finden sich in den insgesamt 419 Seiten rund 60 s/w-Fotos bzw. -Zeichnungen sowie 105 Tabellen.
Empfehlung:
Sicherlich ein Lehrbuch, das einen festen Platz in diesem Bereich bekommen wird. Aufgrund der textlichen Informationsfülle und wissenschaftlichen Betrachtung natürlich eher kein Buch primär für die Praxis sondern mehr für FH- und Uni-Studenten (und deren Dozenten) und die Fachberatung.
Berthold Hock und Erich F. Elstner (Hrsg.): Schadwirkungen auf Pflanzen. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 1995 (3. Auflage). ISBN: 3-86025-649-1. (vergriffen; ca. 65 ?)
Inhalt:
Dieses mittlerweile in der dritten Auflage vorliegende Werk geht im Sinne eines Lehrbuches intensiv (ca. 440 Seiten) und recht detailliert auf die Pflanzentoxikologie ein. Von Vorteil ist die breite Darstellung der möglichen Schadeinflüssen (Schadstoffe aus der Luft, aus dem Boden, Fungizide, Strahlenschäden etc.). Jedes der einzelnen Kapitel (insgesamt sind es 18) ist in sich geschlossen und wurde von auf diesem Gebiet (in Deutschland) führenden Wissenschaftler verfaßt. Neben der zitierten Literatur finden sich bei den Kapiteln auch Hinweise zu weiteren zusammenfassenden Darstellungen. Das Buch ist über Grafiken, Tabellen und Abbildungen (meist schwarz-weiß) reichhaltig illustriert und lockert die Textfülle angenehm auf.
Empfehlung:
Wie gesagt ein (teures) Lehrbuch, aber aufgrund der Themenvielfalt sowohl für Dozenten geeignet ist (zur Stoffvorbereitung) als auch für den Studenten (wenn er denn mal etwas nachlesen möchte...). Als Student muß man es aber nicht haben, sollte es jedoch auf jeden Fall kennen !
Horst Börner: Unkrautbekämpfung, Gustav Fischer Verlag, Jena, 1995, ISBN: 3-827-40662-5, Preis: 34,95 ?
Inhalt:
Nach einführenden Hinweisen u.a. zur Schadwirkung und der Biologie der Unkräuter wird im Schwerpunkt (130 Seiten) auf die Bekämpfung eingegangen. Hier wird insbesondere den Herbiziden mit ihren Wirkungsmechanismen der größte Platz eingeräumt. Dem folgen kulturbezogene Angaben zur Unkrautbekämpfung (80 Seiten). Illustriert wird das 314 Seiten dicke Buch mit über 60 Abbildungen (meist mit einem chemischen Hintergrund) und 76 Tabellen. Im Anhang findet sich neben einem Index ein ausführliches Literaturverzeichnis sowie eine Auflistung von Wirkstoffen und den zugehörigen Handelsnamen. Zielgruppe des Buches sind aufgrund des Inhaltes in erster Linie "grüne" Studenten sowie Pflanzenschutzberater.
Empfehlung:
Aufgrund der vielfältigen und kompakten Information sicherlich anschaffungswürdig, zumal aktuelle deutsche Betrachungen zu diesem Gebiet in dieser Form rar sind.
Werner Bergmann (Hrsg.): Ernährungsstörungen bei Kulturpflanzen. Verlag Gustav Fischer, Stuttgart, 1988, 2. Auflage. ISBN: 3-437-30562-X. Preis der Neuauflage von 1993: 99,95 ?
Inhalt:
Ein in einen Bild- (ca. 250 Seiten) und Textteil (ca. 400 Seiten) aufgegliedertes Buch zuzüglich 50 Seiten Literaturverzeichnis und einem detaillierten Index. Im Textteil werden schwerpunktmäßig behandelt: a) Auftreten und Erkennen, Unterscheidung und Abgrenzung von mineralstoffbedingten Schadsymptomen an Kulturpflanzen und b) Ursachen, Entwicklung und Diagnose der mineralstoffbedingten Mangel- und Überschußerscheinungen. Ergänzend folgen Angaben zur analytischen Pflanzendiagnose. Der Bildteil umfaßt (gegliedert nach den einzelnen Nährstoffen) über 945 Fabfotos mit einer kurzen Erläuterung.
Empfehlung:
Bei Fragen im Pflanzenschutz geht es oft auch um die Möglichkeit, ob bei diesem oder jenem Symptom nicht eher ein Problem seitens der Ernährung vorliegt. Aufgrund des reichhaltigen Bildmaterials liegt hier sicherlich ein gut zu verwertender Bildatlas für die tägliche Praxis vor (gilt praktisch als Standard); losgelöst einmal von dem fachlichen Teil des Buches
Sylke Meyer-Kahsnitz: Angewandte Pflanzenvirologie. Thalacker Verlag, Braunschweig, 1993. ISBN: 3-87815-045-8. (vergriffen; ca. 25 ?).
Inhalt:
Das Buch besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil wird alles Wissenswerte zum Thema Viren ausführlich beschrieben (mit den Punkten Morphologie und Ultrastruktur, Klassifizierung, Möglichkeiten der Übertragung, Infektionsverlauf, Auswirkungen auf die Wirtspflanze, Diagnose, Bekämpfungsmöglichkeiten), im zweiten Teil dann werden die für die im Gartenbau und in der Landwirtschaft wichtigen Viren in der alphabetischen Reihenfolge beschrieben und mit einer Reihe von Farbfotos ausführlich beschrieben. Ein Wirtspflanzen/Virus-Register zur Diagnosehilfe bei nur bekannter Pflanze fehlt leider. Ideal für Studenten und als Basis für das Lehrpersonal.
Empfehlung:
Trotz des Alters immer noch ohne Zweifel ein deutschsprachiges Standardwerk zur angewandten Pflanzenvirologie, insbesondere für die Lehre sehr gut geeignet.
Kleinhempel, H., Naumann, K. und D. Spaar: Bakterielle Erkrankungen der Kulturpflanzen. Springer Verlag, Berlin, 1989, ISBN: 3-540-19069-4. Preis: vergriffen
Inhalt:
Das über 570 Seiten umfassende Werk ist in zwei grundlegende Bereiche geteilt: A) Grundlagen und B) Bakteriosen der Kulturpflanzen. Im zweiten Teil (ca. 220 Seiten) werden die einzelnen Bakteriosen im europäischen Raum von verschiedenen landwirtschaftlichen und auch gartenbaulichen Kulturen (Obst, Zierpflanzen, Gemüse) näher besprochen. Der grundlegende erste Teil liefert Informationen über die allgemeine Bakteriologie, die Merkmale phytopathogener Bakterien sowie u.a. über die Charakterisierung der Krankheitserscheinungen und -prozesse. Eine Reihe von s/w-Abbildungen (zuzüglich von 10 Farbtafeln) und Tabellen erleichtert den Einstieg in die komplexe Materie.
Empfehlung:
Auf dem deutschen Markt nach dem Buch von Carl Stapp aus dem Jahre 1958 die zweite wichtige Zusammenfassung über das Thema. Eine Neuauflage wurde immer angekündigt, bisher aber nie realisiert. Aufgrund des guten fachlichen Inhalts (und des Fehlens der Neuauflage) eindeutig kaufwürdig, zumal es auch oft zu einem günstigen Preis (ca. 50 DM) im Antiquariat angeboten wird.
Gerhart Drews, Günter Adam und Cornelia Heinze: Molekulare Pflanzenvirologie. Springer Verlag, Berlin, 2004, ISBN: 3-540-00661-3, Preis: 49,95 Euro. Format: 15,5 x 23,5 cm
Inhalt:
Auf rund 260 Seiten werden dem Leser die molekularen Grundlagen zur Pflanzenvirologie vermittelt. Die drei Hauptrubriken (Allgemeiner Teil, Spezieller Teil, Molekularbiologie einzelner Virusgruppen) werden weiter in Kapitel aufgeteilt, sodass in der Summe 17 Kapitel zu unterscheiden sind. Schwerpunkt im Allgemeinen Teil (ca. 40 Seiten) ist neben den historischen Aspekten die Vorstellung der Methoden. Innerhalb des Speziellen Teils (ca. 90 Seiten) wird neben den Bereichen Struktur und Evolution näher auf die Klassifizierung der Viren eingegangen sowie Strategien der Virusvermehrung besprochen, dem schließen sich Hinweise zur Virusübertragung an. Die Rubrik zur Molekularbiologie einzelner Virusgruppen (ca. 100 Seiten) umfasst dann weitere 8 Kapitel. Das Buch endet inhaltlich mit Betrachtungen zur Kontrolle von Viruserkrankungen (ca. 10 Seiten). Nach jedem dem 17 Kapitel werden englischsprachige, aktuelle Literaturhinweise angeführt. Im Anhang findet sich ein kurzes Glossar sowie ein Sachverzeichnis. Illustriert ist das Buch mit 53 Abbildungen (s/w) sowie 9 Tabellen.
Empfehlung:
Neben dem schon älteren aber wohl bekannten deutschsprachiges Virenbuch von Sylke Meyer-Kahsnitz (Angewandte Pflanzenvirologie) nach 10 Jahren nun endlich ein zweites, auf den neuesten Stand gebrachtes Buch zum Thema. Als Lehrbuch sicherlich zu empfehlen, bei dem aus Sicht der Lehre sowohl FH- als auch Uni-Studenten (sowie die Dozenten) ihren Nutzen haben werden.
Wolfgang Holzner und Johann Glauninger: Ackerunkräuter: Bestimmung, Biologie, Landwirtschaftliche Bedeutung. Leopold Stocker Verlag, Graz-Stuttgart, 2005. ISBN: 3-7020-0988-4. Preis: 24,90 ?, Format: 17x22,5 cm
Inhalt:
Rund 300 Unkrautarten werden auf 264 Seiten in Text und Bild näher vorgestellt, wobei die Kapiteleinteilung des Buches der botanischen Familienbezeichnung folgt und sich so rund 40 Kapitel ergeben (u.a. Gänsefußgewächse, Korbblütlergewächse, Kreuzblütlergewächse). Jede Pflanzenfamilie wird zu Beginn kurz näher erläutert. Die nähere Umschreibung der einzelnen Unkräuter enthält bei den meisten Arten neben einem Bild und/oder einer Zeichnung u.a. Angaben zu den Punkten Blüte, Wuchs, Lebensform, Ansprüche, Verbreitung und Häufigkeit, besondere Merkmale sowie Hinweise zur Bedeutung in der Landwirtschaft. Eingeleitet wird das Buch mit einer kurzer Vorstellung zu den einzelnen Unkrauttypen (7 Seiten). Ein Namensindex am Ende des Buches erleichtert die Suche nach einem konkreten Unkraut.
Empfehlung:
In seiner komprimierten Form und in Verbindung mit den Bilder ist es sowohl für die Lehre als auch für die Praxis gleichermaßen geeignet. Obgleich der Blick sicherlich primär auf die Landwirtschaft gerichtet ist kann es verständlicherweise auch im Gartenbau gute Dienste leisten.
Zorn, W., G. Marks, H. Heß und W. Bergmann: Handbuch zur visuellen Diagnose von Ernährungsstörungen bei Kulturpflanzen. Spektrum Akademischer Verlag, München, 2007, ISBN: 3-8274-1669-8, Preis: 39,50 Euro, Format: 15,5x21,5 cm
Inhalt:
Schwerpunkt des 370 Seiten umfassenden Taschenbuches ist ein Bildteil (rund 300 Seiten), der zu Haupt- und Spurennährstoffen (N, P, S, K, Ca, Mg, B, Mo, Cu, Fe, Mn, Zn) sowie weiteren Bereichen (Salz, Schwermetalle, Immissionen, Ozon) rund 940 farbige Schadsymptome zeigt. Zu Beginn des Buches werden einleitend Hinweise zum Erkennen von Ernährungsstörungen bei Kulturpflanzen genannt, dem ein einfacher Bestimmungsschlüssel folgt sowie ergänzende Hinweise zum Auftreten der einzelnen Nährstoffmangelsymptome. Weitere Punkte beziehen sich auf die Thematik des Nährstoffüberschusses, der Entnahme von Boden- und Pflanzenproben sowie den Grundsätzen zur Behebung von Ernährungsstörungen. Neben einem allgemeinen Sachwortverzeichnis ist im Anhang auch ein Bildverzeichnis nach Pflanzenarten und den jeweiligen Ernährungsstörungen zu finden.
Empfehlung:
Ein klassischer "Farbatlas zu Ernährungsstörungen", der aufgrund seiner Bilderfülle gute Informationen liefert und auch hilft manch scheinbares Pflanzenschutz-Problem einem möglichen Ernährungsschaden einzustufen. Inhaltlich basiert es - wie auch korrekterweise auf dem Buchrücken vermerkt - auf dem bekannten Buch von Bergmann, sodass hier hinsichtlich vieler Bilder auch Überschneidungen auftreten.
M. Partzsch, J. Cremer, G. Zimmermann und H. Goltz: Acker- und Gartenunkräuter. AgriMedia Verlag, Bergen/Dumme, 2006, ISBN: 3-86037-241-6, Preis: 49,00 Euro, Format: 17x24 cm
Inhalt:
Das 300 Seiten umfassende Buch gliedert sich in zwei Hauptteile. Der erste Teil beinhaltet dabei drei unterschiedliche Bestimmungsschlüssel, wobei diese eine Bestimmung nach dem Samen (bzw. der Frucht), der Pflanze im Keimblatt- bzw. Primärblattstadium und anhand der blühenden Pflanze ermöglicht (auf rund 100 Seiten mit 154 Schwarzweißzeichnungen). Im zweiten Teil mit rund 200 Seiten folgt eine nähere Beschreibung der Arten (u.a. Aussehen, Standortansprüche, Verbreitung), die auch detaillierte, ganzseitige Farbzeichnungen (88 Farbtafeln) beinhalten. Insgesamt werden auf diesem Wege 154 Unkräuter näher beschrieben. Ein abschließendes Namensregister ermöglicht die Suche nach dem deutschen und wissenschaftlichen Unkrautnamen.
Empfehlung:
Anhand des in der Praxis erprobten Bestimmungsschlüssels ist eine sichere Bestimmung der 150 wichtigsten Unkräuter möglich. Die Zeichnungen bieten bei der Bestimmung eine gute Hilfe. Die Besonderheit des Buches liegt sicher auf dem dreigliedrigen Bestimmungsschlüssel.
Wichtiger Hinweis zu "vergriffen"
Im Zeichen der Neuen Medien versteht sich der Hinweis "vergriffen" in dieser Übersicht als: "In gängigen Bücher-Internetportalen nicht gelistet". Das Buch kann somit aber durchaus noch über den aufgeführten Anbieter, den Verlag oder bei älteren Büchern über ein Bücherantiquariat zu bestellen sein. Eine eigene Recherche ist somit sicherlich immer sinnvoll !
Ergänzende Hinweise:
- Die Preise sind unverbindlich.
- Buchbestellungen nimmt die FGW nicht entgegen.
- Die Buchbesprechungen haben mit Bezug zur Lehre insbesondere einen informativen Charakter
- Mit der Vorstellung (oder auch Nicht-Vorstellung) soll keine Ab- oder Aufwertung vermittelt werden.
- Wir aktualisieren bzw. ergänzen unser Angebot regelmäßig, nicht bei allen Büchern konnte jedoch die neueste Auflage ermittelt und vorgestellt werden.
- Sie kennen weitere deutsche Pflanzenschutzbücher ? Wenn ja, schicken sie uns eine Mail mit Titel/Autor/Verlag. Wie besorgen uns dann das Buch und werden es gerne mit vorstellen. Im Sinne unserer Nutzer sind wir um Ergänzungen immer dankbar.
Stand: April 2008
Thomas Lohrer, Institut für Gartenbau
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